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Renee-Sintenis-Platz

Was ist die Geschichte des Platzes und wie kam er zu seinem Namen?

Noch bis 1967 existierte der spätere Renée-Sintenis-Platz als Wilmersdorfer Platz. Seine heutige Form hat er bereits seit 1955, als Karl Tümler sich der Neugestaltung des Platzes widmete. Das erste Haus am Platz ist das imposante vormalige Kaiserliche Postamt, in dem noch heute die Post zuhause ist. Von Ludwig Meyer erbaut, wurde es in den politisch bereits brisanten Tagen des Oktobers 1918 eröffnet. An gleicher Stelle sollte ursprünglich das Friedenauer Rathaus errichtet werden.

Der Renée-Sintenis-Platz ist Teil der sogenannten Friedenauer Carstenn-Figur, benannt nach einem prominenten Landentwickler des 19. Jahrhunderts, Johann Anton Wilhelm von Carstenn. Er realisierte zunächst rund um die Bundesallee sein Konzept, um es später in Friedenau zu kopieren. Die Figur besteht aus einer senkrechten Achse mit dem Friedrich-Wilhelm-Platz im Mittelpunkt. Diese Achse wird von vier repräsentativ gestalteten Plätzen weiträumig umrahmt – einer davon ist der heutige Renée-Sintenis-Platz.

Heute ist der Platz ein offizielles Gartendenkmal des Landes Berlin, das in seinem Zentrum von der Plastik „Grasendes Fohlen“ der Künstlerin Renée Sintenis geschmückt wird, nach die Fläche heute benannt ist.

 

Wer war Renée Sintenis?

Renée Sintenis wurde am 20. März 1888 im niederschlesischen Klodzko (Glatz) als Renate Alice Sintenis geboren. Sie wuchs in Neuruppin auf und lebte später in Berlin, wo sie am 22. April 1965 verstarb. Zeitlebens war sie eine umtriebige Bildhauerin und Grafikerin. Renée Sintenis war ihr selbstgewählter Künstlerinnenname. In den vielen Jahrzehnten ihres Schaffens spezialisierte sie sich vielfältig und stellte im nationalen, wie auch im internationalen Kontext aus. Während des Nationalsozialismus waren Sintenis und ihr Mann, der Künstler Emil Rudolf Weiß, starken Restriktionen ausgesetzt. Er, weil er sich in deutlichen Worten gegen das NS-Regime äußerte. Sie, weil sie wegen ihrer jüdischen Großmutter aus der Akademie der Künste verbannt wurde.

Auch heute noch bekannte Kunstwerke der Renée Sintenis sind die Bronzeplastiken des Berliner Bären, die in Berlin, Düsseldorf und bei München Autobahnen und Straßen zieren. Sie waren gleichzeitig die Vorlage für die Bären-Miniaturen, die jährlich in silber und gold im Rahmen der Berlinale verliehen werden.

Einen ausführlichen Blick auf die Biographie der 1965 verstorbenen Künstlerin bietet auch ein Beitrag von Eva Liebchen im Friedenau-Netzwerk:

http://www.friedenau-netzwerk.de/index.php/renee-sintenis

 

Der Renée-Sintenis-Platz als Gartendenkmal – Was ist das eigentlich?

Der Renée-Sintenis-Platz ist seit geraumer Zeit ein Gartendenkmal des Landes Berlin. Was das genau ist, erläutert der Senat unter auf seiner Webseite:

Nach dem Berliner Denkmalschutzgesetzsind Gartendenkmale Zeugnisse der Garten- und Landschaftsgestaltung, an deren Erhaltung aufgrund der geschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen oder städtebaulichen Bedeutung ein öffentliches Interesse besteht. In die Berliner Denkmalliste werden die Anlagen nachrichtlich übernommen, die diese Voraussetzungen erfüllen. Dabei können Gartendenkmale Einzeldenkmale oder auch Bestandteile von Denkmalbereichen sein. Zu den zahlreichen Gartendenkmalen in Berlin gehören der Pariser Platz, der Große Tiergarten, der Schlosspark Charlottenburg, der Mierendorffplatz, der Viktoria-Luise-Platz, der Botanische Garten in Berlin-Dahlem und der Tierpark Friedrichsfelde.“

Quelle: http://stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/stadtgruen/gruenanlagen/de/gartendenkmale/index.shtml

 

Noch bis 2015 war der Platz lange Zeit von Bauarbeiten betroffen, warum?

Auf dem Renée-Sintenis-Platz waren Leitungsarbeiten im Zuge von Baumaßnahme der Wasserbetriebe zum „Friedenauer Überstau“ notwendig. Mittlerweile sind diese abgeschlossen. Die Außenanlagen wurden seitens der Wasserbetriebe nach Beendigung der Arbeiten wieder hergestellt. Die sichtlich in Anspruch genommenen Rasenflächen wurden mit Rollrasen neu ausgelegt und die traditionelle Pflasterung wieder hergestellt. Zusätzlich wurden in diesem Bereich die charakteristischen Heckenpflanzungen erneuert und lückenhafte Bereiche dabei ergänzt.

 

Was tut der Bezirk anlässlich regelmäßiger Beschwerden über den Zustand des Platzes?

Die Papierkorbentleerung und Müllsammlung in dieser Grünanlage erfolgt laut Bezirksamt durch ein beauftragtes Unternehmen. Bei den festgelegten Reinigungsintervallen für den Platz erfolgt die Reinigung bereits jetzt über dem Durchschnitt „normaler“ Grünflächen. So erfolgt in den Wintermonaten die Reinigung der Bankplätze und Abfallbehälter zweimal pro Woche und eine Flächenreinigung einmal im Monat. Bei intensiverer Nutzung in den Sommermonaten erfolgt die Flächenreinigung alle 14 Tage und die Reinigung der Bankplätze einschließlich Papierkörbe sogar fünfmal pro Woche. Für eine noch intensivere Reinigung stehen dem Grünflächenamt schlicht keine Ressourcen zur Verfügung.

Die vorhandenen Bänke und Abfallbehälter seien nach verschiedenen Vor-Ort-Besichtigungen des Amtes grundsätzlich nutzbar, auch wenn das äußere Erscheinungsbild hier und dort zu wünschen übrig lässt. Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass auch nach einer Erneuerung bzw. Überarbeitung die Ausstattungsgegenstände nach kurzer Zeit diese erneut mit Graffiti verunreinigt sind und dem Vandalismus unterliegen.

Die Antwort des Bezirksamtes auf eine diesbezügliche Anfrage in der BVV finden Sie hier: http://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/bvv-online/vo020.asp?VOLFDNR=4942&options=4

 

Was können Dritte tun, um den Platz zu pflegen?

Dilek Kolat hat sich in der Vergangenheit gemeinsam mit der SPD Friedenau, ebenso wie auch andere Gruppen, freiwillig an der Reinigung des Platzes beteiligt. Nach Absprache mit den zuständigen Stellen steht diese Möglichkeit allen Bürgerinnen und Bürgern offen.

 

Wie kann man die verschiedenen Interessensgruppen auf dem Platz unter einen Hut bekommen?

Immer wieder erreichen uns Beschwerden, dass der Platz über Gebühr als Rückzugsort für exzessiven Alkoholkonsum von kleineren und größeren Gruppen genutzt wird. Müll und andere Ärgernisse seien das begleitende Resultat.

Eigene Besuche vor Ort haben diesen Verdacht nicht hinreichend bestätigen können, dennoch gehen wir ihm immer wieder gerne nach. Wir befinden uns im Austausch mit Gangway e.V., dem im Bezirk zuständigen Träger für die Straßensozialarbeit. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden dort wollen wir nun diskutieren, ob und wenn ja, welche Maßnahmen ergriffen werden können. Ziel muss es sein, ein auskömmliches Miteinander der verschiedenen Nutzer/innen-Gruppen sowie der Anwohnenden zu gewährleisten, ohne dass der Platz durch sein Erscheinungsbild an Bedeutung verliert.

Gangway e.V. erreichen Sie unter schoeneberg(at)gangway.de und unter 030-787 15 344.

 

 

Öffnungszeiten

 

Ehrenamtliche Arbeitsrechtsberatung

Eine unabhängige und kostenfreie Arbeitsrechtsberatung im Wahlkreisbüro findet einmal im Monat von 16 bis 17 Uhr  mit Rechtsanwalt Edmund Fleck statt.

Anmeldung erwünscht: persönlich im Wahlkreisbüro oder per Email an anmeldung@dilek-kolat.com.